Samstag, 16. April 2016

Stage de révision - Wie Klassenfahrt, nur anders

Wie der Titel es schon verrät, war ich auf Klassenfahrt (um genau zu sein von Montag bis Donnerstag, man merkt, ich bin immer sehr schnell mit Blogeinträgen schreiben). Aber erst einmal zu dem, was davor noch so passiert ist:

Letzten Samstag, also am 9.4. habe ich meine letzte Samstags-Klassenarbeit geschrieben. Juhuu, endlich nicht mehr Samstag früh aufstehen, es war ein wunderbares Gefühl, den Wecker für Samstag um dreiviertel sieben zu löschen. Aber wie gesagt, es war die Letzte Klassenarbeit an einem Samstag, soll heißen, ich habe noch eine ganze Woche voll mit Klassenarbeiten vor mir (nämlich genau eine in jedem Fach). Allgemein, habe ich jetzt erstmal total wenig Schule, was uns gestern im Matheunterricht aufgefallen ist, als wir eine Hausaufgabe für den 18.5. bekommen haben. Da haben wir nämlich unsere nächste Mathestunde, in über einem Monat. Das liegt daran, dass wie jetzt zwei Wochen Ferien haben, dann nur Montag und Dienstag Schule haben (Mittwoch ist irgendeine Weiterbildung für alle Lehrer oder so wegen einer Schulreform und Donnerstag ist Himmelfahrt und den Brückentag haben wir auch natürlich frei ^^).Die Woche drauf haben wir dann das zweite Bac Blanc (also Klassenarbeiten in allen Fächern) und dann ist der Montag noch frei, weil das ja Himmelfahrt ist. Der Dienstag (also mein drittnächster Schultag) ist dann der 17.5., da bleibt noch genau ein Monat bis zum richtigen schriftlichen Französisch-Abi am 17.6. (ich glaube, dass es da ist, vielleicht vertue ich mich da auch gerade um ein paar Tage) und danach bleiben zwar noch zwei Wochen bis zum offiziellen Ferienbeginn (und nur eine, bis ich zurück nach Deutschland fliege), aber da ist auch das mündliche Französisch-Abi und gar kein ordentlicher Unterricht mehr (der wird so ab Anfang Juni sinnlos meinen alle :D)

An dem Sonntag danach habe ich, weil vorher von allen gemeint wurde, dass sich das echt lohnt, die Visite des égouts de Paris angeschaut. Auf deutsch heißt das, sich die Kanalisation von Paris anzuschauen, das klingt jetzt zwar eklig (es stinkt auch zum Teil etwas sehr), aber interessant war es auf jeden Fall (und sehr hilfreich um sich unnützes Wissen anzueignen. Also falls es jemand wissen wöllte: im pariser Kanalisationsnetz heißen alle Wege genau wie die Straßen obendrüber und es gibt auch die passenden Hausnummern an den Wänden, um sich nicht zu verirren, um mal eine der Sachen zu nennen, die mir reichlich nichts nützen, ich mir aber Ewigkeiten merken werde).  

Am Montagmorgen ging es dann auch schon los, mit dem Bus nach La Rochette (das sagt jetzt niemandem was, der Ort hat so 4000 Einwohner). Wir waren auch nicht in dem Ort selbst sondern in so einem kleinen Teilort, der noch mal so 1,5 km oder so außerhalb liegt. Die wichtigsten Sachen mal als erstes: Das Essen war für eine Jugendherberge richtig gut (meiner Meinung nach, der Rest fand es zum Teil nicht so besonders, keine Ahnung warum) und ein ordentliches Stück Wald gehört mit zu der Jugendherberge und ich habe mal wieder (seit so gefühlt Ewigkeiten) Sterne gesehen. 

Waaaald (und Lisa und Orane :D)

der Blick aus dem Fenster unseres Zimmers (als dem Zimmer von Orane, Lisa, Léa und mir)

Weniger schön war, dass wie halt auch Unterricht hatten (stage de révision heißt so in etwa Wiederholungspraktikum und sollte den Zwöfern und uns halt helfen, uns auf unser Bac (Blanc) vorzubereiten. Ein paar Lehrer haben das Ziel auch verstanden und mit uns Aufgaben geübt, die so drankommen könnten oder mit uns Themen behandelt, die in der Zwölften noch einmal vertieft werden aber unsere Französisch-Lehrerin (Französisch ist das einzige Fach für die im naturwissenschaftlichen Teil, in dem man schon in der elften sein Bac schreibt) meinte, einfach normalen Unterricht machen zu müssen und uns vorher zu sagen, was wir alles mitbringen sollen nur um es am Ende nicht zu benutzen. Wie nett. 

unser Klassenraum für die 4 Tage 

Schule hat dort jetzt einen ganz schönen Teil unseres Tages ausgemacht (8.30-18.00 mit Pausen dazwischen, außer Montag, da haben wir später angefangen und Donnerstag hatten wie nur früh 3 Stunden und sind dann zurückgefahren), aber man hatte dennoch genug Pausen, um Rugby oder Football zu "spielen" (ich habe keine Ahnung von den Regeln, außer, dass der Ball irgendwie ans andere Ende muss und bin, als wir halbwegs gespielt haben (den Großteil der Zeit haben wir auch einfach nur den Ball hin und hergeworfen und mir wurde drölf mal erklärt, wie man den werfen muss), erst  einmal umgeknickt (geht inzwischen alles wieder gut :D). Fußball haben wir auch gespielt und ich habe mal wieder gemerkt, dass ich erstens nicht gerade gut bin, es mir aber trotzdem Spaß macht und zweitens ein Talent dafür habe, den Ball ins Gesicht zu bekommen. Aber zum Glück lassen sich meine Brillengläser leicht wieder reinklicken, wenn sie mal rausfallen ^^. Am Abend (also ab 20.30 am ersten Tag oder 21.00 an den beiden anderen) gab es eine Art Abendprogrammen, bestehend aus Debatten zu sinnlosen Themen, das Ganze nennt sich "les joutes" und wird schon seit so in etwa 5 Jahren gemacht. Wir mussten also vorher unter uns Elfern (und die Zwölfer unter sich) Zweierteams bilden, danach wurden von den Lehrern immer ein Elfer- und ein Zwölferteam zusammensortiert, die dann eine Gruppe für die Joutes sind. Unsere Themen (die immer zugeteilt wurden, also man durfte sich nicht aussuchen, ob man pro oder contra ist) waren
  • Hosen oder Röcke (wir waren für Hosen)
  • Le Monde ("die Welt" auf deutsch, also eine seriöse Tageszeitung) oder Closer (Klatschblatt) (Wir waren für Closer)
  • 4 Sterne Hotel auf Ibiza mit den Eltern oder wildes Zelten in der Somme (Département im Norden Frankreichs am Meer) (Wir waren für Zelten)
  • Sollte die Pausenklingel unserer Schule durch von den Lehrern eingesungene gregorianische Gesänge ersetzt werden (Contra)
  • Batman oder Superman (für Batman)
Man merkt, die Themen sind echt sinnlos, deswegen ging es auch eher darum kreativ Wahrheiten zu verdrehen um alles irgendwie für einen zu verwenden, je weiter hergeholt die Argumente, desto besser. Das ganze war im KO-System, wir waren 16 Mannschaften, also fing es sozusagen mit dem Achtelfinale an. Man hat immer mittags sein Thema und für was man ist bekommen und hatte dann bis zum Abend Zeit, eine 5-minütige Rede als Gruppe vorzubereiten um seinen Standpunkt zu verteidigen. Die beiden Gruppen, die gegeneinander antreten, tragen dann nacheinander vor und die Jury (bestehend aus den Lehrern mit je einer Stimme und den Schülern, die abstimmen und das Ergebnis dann als eine Stimme zählt, entscheidet, wer gewonnen hat). An der Anzahl unserer Themen erkannt man schon, dass wir ganz schön weit gekommen sind ^^ Am letzten Tag bekommt man (also die 4 übrigen Gruppen) dann nach dem Unterricht das Thema für das Schüler-Schüler-Finale gesagt, dass man dann nebenbei noch vorbereiten muss, ohne zu wissen, für welche Seite man argumentieren muss (das war das mit der Schulklingel und wir hatten mehr Pro-Argumente gefunden, aber es am Ende trotzdem geschafft, das Finale zu gewinnen). Zwischen dem Halbfinale und dem Finale zwischen den Schülern bekommt die zwei Teams dann auch das Thema für die letzte Debatte gegen die Lehrer gesagt, diesmal mit dem Hinweis, wofür man ist. Allgemein wurden Mittwoch Abend immer Pausen zwischen den Joutes eingebaut, weil man ansonsten nicht viel Vorbereitungszeit hat. Gegen die Lehrer haben wir dann knapp (2 zu 3 Stimmen) verloren (die Jury der Lehrer wurde durch drei Schüler und den übrigen der 5 Lehrer ersetzt), aber uns wurde von den Lehrern gesagt, dass wir die beste Gruppe der Joutes waren, seit diese Debatten veranstaltet werden. Achja und am Mittwoch, also für die letzten 3 Joutes, durfte man auch gegenargumentieren, also man hatte nach der rede der anderen 2 Minuten Zeit um auf das einzugehen, was sie gesagt haben. Da wir unter den Schülern gewonnen haben (gegen die Lehrer ist es so ziemlich unmöglich zu gewinnen), werden Léa und ich (also die beiden Elfer unseres Teams) von den beiden anderen seit Mittwoch Abend "Championnes" genannt :D

Am Mittwoch Abend zwischen Unterricht und Abendessen (also so in etwa die Dreiviertelstunde von viertel bis um 7) haben wir uns ungefähr zu sechzigst eine Art Wasserschlacht geliefert (bei 17 Grad vielleicht nicht gerade die schlauste Idee, aber egal, Hauptsache es hat Spaß gemacht). Ziel war es eigentlich, den Football/Rugbyball der anderen auf dem riesigen Außengelände der Jugendherberge (inklusive Wald) zu finden (also es war Elfer gegen Zwölfer, wir mussten den Football der Zwölfer finden), das Ziel haben aber alle schnell aus den Augen verloren und das gegnerische Team mit Wasser, Rasierschaum, Duschbad, Shampoo, ich glaube irgendjemand hatte auch mittags beim Essen Thunfisch und Jogurt mitgehen lassen, attackiert. Als uns dann kurz vor 7 von den Lehrern, die uns die ganze Zeit sicher aus dem Stock beobachtet hatten, zugerufen wurde, dass wir in 3 Minuten trocken beim Essen sein müssen hatte noch niemand auch nur ansatzweise den Ball der anderen gefunden. Als ich unter dem Fenster lang lief, wurde mir auch zugerufen, dass sie nie von mir erwartet hätten, dass ich da so aktiv mitmache. Anscheinend habe ich mir im Unterricht den Ruf der voll braven Musterschülerin erarbeitet und deswegen nicht erwartet, dass ich mit am meistens austeile (und einstecke xD). Aber ich wollte sowieso Haare waschen, also war das ja nicht so schlimm.     

Mir ist auf der Klassenfahrt auch wieder aufgefallen, wie viel aus meiner Klasse rauchen, also wenn von den 66 Leuten zwanzig kein einziges Mal in den vier Tagen geraucht haben, waren das viele. ich habe das Gefühl, hier raucht ein viel größerer Teil meines Jahrgangs, es kann aber auch einfach nur sein, dass ich vorher nie mitbekommen hab, wer alles von meinem Jahrgang in Deutschland raucht. Aber das ist ja auch eigentlich nicht so wichtig.

Auf der Rückfahrt waren wir zu zwanzigst in einem großen Reisebus (weil wir zu viele für einen waren und die trotzdem den ersten erst voll machen wollten, wieso auch immer). Und da unser Busfahrer nichts dagegen hatte, hat uns unsere Klassenlehrerin erlaubt, in den letzten Reihen schön mit lautem Ton Film zu schauen:


So, dass war es auch schon wieder, ich denke mal, ich werde Ende der Ferien wieder etwas schreiben (also in zwei Wochen, wenn ich bis dahin nix geschrieben habe: Ihr habt hiermit die offizielle Erlaubnis mich dann solange zu nerven bis ich was schreibe :D) 
Bis zum nächsten Post also ;)  

Donnerstag, 24. März 2016

Noch acht Wochen effektiv Schule (als ich diesen Post angefangen habe)

Acht Wochen Schule habe ich noch (ja, ich sollte im Französisch-Unterricht vielleicht mal etwas besser aufpassen, aber Gedichte bis zum Erbrechen zu analysieren hat mir ja noch nie wirklich Spaß gemacht :D). Das klingt echt nicht viel, heißt aber nicht, dass ich in zwei Monaten schon wieder da bin (sind noch etwas mehr als 3, also jetzt sind gerade so zwei Drittel rum), weil ich noch eine Woche Klassenfahrt (aber da haben wir also müsste ich das ja mit reinzählen, aber auch nicht, weil wir da ja nicht in der Schule sind und es trotzdem Klassenfahrt ist), zwei Wochen Ferien, die zweite Vorabi-Woche, die drei Tage (dank Himmelfahrt) zwischen Vorabi und Ferien, in denen wir nicht viel machen) und die letzte Woche nach meinem schriftlichen Französisch-Abi habe, die ich nicht wirklich als Schule zähle.

Ich könnte jetzt auch wieder darüber schreiben, wie schnell die Zeit rumgeht (und gleichzeitig nicht) und so weiter. Da ich das aber alles schon mal geschrieben habe, brauch ich das ja nicht nochmal schreiben, wäre dann ja langweilig. (Ich stelle gerade fest, dass der obige Abschnitt fast ein einziger Satz ist. Gratulation, falls den jemand beim ersten Mal lesen verstanden hat, ich hätte es glaube ich nicht geschafft.) Also mal zu dem, was ich in letzter Zeit so gemacht habe:

Obwohl Paris riesig ist (okay,im vergleich zu anderen Großstädten (und damit meine ich so richtig große Großstädte und nicht Jena, was grad so über die 100.000 Einwohner kommt :D) eher nicht aber für mich schon), schaffe ich es immer wieder, Leuten, die ich kenne über den Weg zu laufen. Zum Beispiel in den Ferien, also ein bisschen an der Seine entlang zur Île-de-la-Cité spaziert bin und plötzlich Léa und Cyrielle aus meiner Klasse über den Weg laufe. Das ist einfach mal so mitten in Paris, also auch da wo echt viele Leute (vor Allem Touristen) sind. (Wir haben dann entschieden, spontan zusammen Deadpool zu schauen.) Aber okay, ein Mal kann's ja passieren, dass man jemanden trifft, den man kennt, aber öfter ist echt extrem unwahrscheinlich. Als ich etwa zwei Wochen später in die Metro eingestiegen bin und jemanden "Hey Stella" sagen hörte, dachte ich erst einmal, ich hätte irgendwas falsch verstanden (ich glaube fast jeder kennt das Phänomen, dass man seinen Namen immer in irgendwelchen Unterhaltungen hört, oder?) und war auch etwas überrascht, weil ich es doch gewohnt bin, dass jeder in der Metro liest oder Musik hört und nicht redet (außer man telefoniert) und das einzige (dafür aber nicht sehr leise Geräusch) von der Metro selbst kommt. Nach ein paar Sekunden hörte ich noch einmal jemanden meinen Namen sagen und drehte mich um und sah, dass Hanna (mit YFU in Frankreich, aus Schweden) sah. Wenn ich eine Metro früher oder später genommen hätte oder einfach drei Türen weiter eingestiegen wäre, hätten wir uns nie getroffen. Anscheinend habe ich ein Talent dafür, Leuten, die ich kenne, in Paris über den Weg zu laufen.

Für ein bisschen Kultur in den Ferien war ich im Musée d'Orsay, kann man sich mal anschauen (vor Allem, weil der Eintritt unter 25 oder so kostenlos ist), aber wenn man sich jetzt nicht sooo sehr für Malerei interessiert, kann man sich nur darüber freuen ein paar Bilder aus dem Kunstunterricht wiederzusehen.

Ich war auch auf dem Arc de Tromphe (mit meiner Gastmama, da man unter 18 irgendwie eine Begleitperson braucht und Emma und ich uns dafür n paar Tage vorher also vollkommen umsonst angestellt haben...), die Aussicht von da oben ist gar nicht mal so schlecht:

einmal der Blick in Richtung La Défense

und auf die Avenue des Champs-Élysées

Und dann hat die Schule auch schon wieder angefangen, da passiert halt nicht so viel, was ich hier beschreiben könnte. Mir bleiben jetzt noch zwei Klassenarbeiten an Samstagen (die restlichen kann ich dann ausschlafen) und mein zweites Trimesterzeugnis dürfte auch bald im Briefkasten liegen (ich habe keine Ahnung wieso, aber die werden per Post verschickt :D.
Das einzige, was in der Schule derzeit nicht normal schulalltagsmäßig ist, ist das alljährliche Fußballturnier, an dem alle Schüler der (umgerechnet) 6. bis 12. Klasse in Viererteams teilnehmen können. Wir haben von unserem Klassenraum eine wunderbare Sicht (und sitzen schön im Warmen):

der Blick von unserem Klassenraum aus (leider dürfen wir nicht auf den Balkon)



Die bisher erfolgreichste Mannschaft (nach dem, was die Leute aus meiner Klasse erzählen) waren letztes Jahr in der Zwölften und haben die letzten Jahre immer im Finale gegen die Surveillants (das sind die, die Pausenaufsicht haben, sich um den Vertretungsplan kümmern, Aufsicht während den Klassenarbeiten haben usw.) gewonnen. Bis jetzt sind noch beide Mannschaften meiner Klasse dabei. das Turnier an sich zieht sich noch eine ganze Weile, da je Pause ein Spiel gespielt wird und es 6 Pools à 3 oder 4 Mannschaften gibt.

Ich muss zugeben, ich vernachlässige meinen Blog in letzter Zeit ganz schön, ich werde wieder versuchen mehr zu schreiben, vielleicht gibt es dann mal öfter was aber dafür dann kürzere Einträge. Es ist halt einfach so (ja, ich muss natürlich eine Ausrede finden), dass ich zum Teil einfach nichts besonders gemacht habe und einfach Schule hatte (oder auch irgendwie nicht dazu kam, was zu schreiben) und dann ja darüber nichts groß etwas schreiben kann. (So, genug ausgeredet - ist das überhaupt ein Wort?)

Das war es jetzt auch wieder für diesen Post :)

Donnerstag, 25. Februar 2016

Nach einem knappen Monat melde ich mich mal wieder :)

Einen wunderschönen guten Morgen/Tag/ Abend, je nachdem, wann das hier gelesen wird :)
Ich entschuldige mich mal dafür, in den letzten Wochen nichts geschrieben zu haben, dafür wird das jetzt hier wieder ein etwas längerer Post und dazu auch noch einer mit Bildern.
Heute ist schon der 25. Februar, es sind also knapp 6 Monate von meinen 10 Monaten hier rum und ich habe der zeit Ferien. Knapp 6 Monate vorbei heißt, dass ich in 127 Tagen wieder zuhause bin. Das klingt jetzt vielleicht nicht allzuviel, geht aber glaube ich sehr schnell rum am Ende (siehe der Post zu "die Hälfte der Zeit ist rum" - ich brauch hier ja nicht immer das Selbe schreiben :D). so, jetzt aber einmal zu dem, was in den letzten Wochen so passiert ist:

Am ersten Wochenende im Februar war unser YFU Mittelseminar, wovon ich mir aber etwas mehr erwartet hätte (vor allem, weil das in anderen Ländern/Regionen länger als zwei Tage dauert und mit Übernachtung dort ist, wodurch das eine ganz andere Atmosphäre ist). In  den zwei Wochen danach ist nicht viel passiert,Schule war etwas stressig, weil wir unsere Präsentation für TPE (das Semi-ähnliche Zeug, wie ich es so gern nenne) fertig bringen mussten für die Vorpräsentation (lief gut, muss nur etwas mehr üben/auswendig lernen für die richtige Präsentation).

Jetzt  haben wir seit Samstag Ferien und wie immer hab ich in meinen Ferien nicht sonderlich viel gemacht. Am Freitag war ich mit ein paar Leuten aus meiner Klasse japanisch(!) essen. Mit Stäbchen essen ist leichter als ich dachte (und ja, wie bei mir zu erwarten habe ich mehrmals einen auf Walross gemacht mit den Essstäbchen, alles andere wäre auch vollkommen Stella-untypisch) Die Essstäbchen heißen auf französisch übrigens auch baguette, genauso wie ein Zauberstab baguette (magique) heißt. Baguette heißt halt einfach Stab und weil das Brot so stabförmig ist, heißt es halt Baguette. (so, jetzt habt ihr sogar etwas gelernt ^^). Und ich bin sehr stolz auf mich, sushi probiert zu haben und sagen zu können, dass das gar nicht mal so schlecht schmeckt.

Von Montag auf Dienstag haben dann Emma und Karoline (aus Österreich) bei mir übernachtet und wir haben uns unter Anderem eine Art französisches Madame Tussauds angeschaut (wo wir relativ viele Persönlichkeiten nicht gekannt haben, weil wir ja jetzt nicht soo viele französische Berühmtheiten (erst recht nicht so ältere, die inzwischen verstorben sind oder so) kennen), sind eine Runde Schiff auf der Seine gefahren (also eins dieser Schiffe, die in großen Kreisen fahren und Stationen bei den großen Sehenswürdigkeiten an der Seine (Eiffelturm, Notre Dame,...) haben) und waren im Aquarium (was in der Nähe vom Trocadéro ist).

Letztes und kommendes Wochenende ist zuhause Fasching. Für viele, die ein Austauschjahr ist die Zeit vor/um Weihnachten mit am schlimmsten, wurde uns gesagt. Das trifft bei mir so wirklich zu. Weihnachten war hier auch etwas los, wir haben Weihnachten auch gefeiert und etwas anders und damit vergisst man ein wenig, dass einem zuhause fehlt, weil man ja etwas hat, was neu ist und einen auch ablenkt, Fasching wird hier gefühlt allgemein weniger gefeiert und erst Recht nicht, wenn Aschermittwoch schon vorbei ist. Also kann ich mich nur auf nächstes Jahr (oder den 11.11.) freuen, das ändert aber leider wenig daran, dass das im Moment doof für mich ist. Es ist schließlich das allererste Mal für mich, dass ich nicht beim Fasching bin.

So, genug mit Heimweh, ich habe ja Bilder von Versailles versprochen, voilà:


die gesamte Anlage mit den Gärten ist einfach riesig


das Bild, was einfach mal in so gefühlt jedem Geschichtsbuch ist (Louis/Ludwig XIV - der Sonnenkönig für diejenigen, die da geschlafen oder schon wieder alles vergessen haben ;)

die Galerie des Glaces (Spiegelsaal) mit den Köpfen der vielen Besucher des Schlosses
ein Gemälde der bataille d'Iéna


es gibt immer mindestens ein Foto, auf dem ich esse
kennt jemand noch Babsi-Dieterle?






Das war es auch erst einmal wieder von mir :)

Sonntag, 31. Januar 2016

Die Hälfte ist um (nagut, ein paar Tage mehr, weil ich es nicht früher geschafft habe, einen Post zu schreiben) (okay, für einen Titel ist das jetzt ganz schön lang)

Hiermit melde ich mich mal wieder, wird ja vielleicht auch langsam mal wieder Zeit, der letzte Eintrag hier iss schließlich schon drei Wochen her.

Von den dort erwähnten Bacs Blancs haben wir schon ein paar wieder zurückbekommen, und zwar Geschichte-Geographie, Französisch und Physik-Chemie. In Geschichte-Geographie habe ich eine 12,5, was echt gut dafür ist, dass ich verschlafen hatte und damit eine knappe halbe Stunde weniger Zeit hatte als der Rest und ich am Abend vorher festgestellt habe, dass die Zeit jetzt sowieso nicht mehr reicht, um alles zu lernen und ich es also auch ganz sein lassen kann. Ich habe also mit relativ wenig lernen und improvisieren eine nicht allzu schlechte Note geschafft. Französisch haben wir als erstes wiederbekommen, weil wir das auch schon vor den Ferien geschrieben hatten. Auf den schriftlichen Teil habe ich eine 10,5 bekommen, das wäre bestanden. Im mündlichen Teil, der in der Woche nach den Bacs Blancs dran war, sogar eine 13. Dazu muss man aber anmerken, dass meine Lehrerin sehr nett bewertet und da das Abi (also Bac) in Frankreich immer von einem anderen Lehrer korrigiert wird (und es keine Zweitkorrektur gibt), sagt diese Note nicht wirklich viel über meine letztendliche Note auf mein Französisch-Abi (/-Bac) am Ende des Schuljahres aus. (Außerdem zählt nur der Gesamtschnitt von allen Prüfungen beim Bac, man kann also auch 8 Punkte im Französisch-Bac haben und ein gutes Abschlusszeugnis haben). In Physik-Chemie habe ich eine 16, die irgendwie aus der eigentlichen Note und Mitarbeit ausgerechnet wurde, wobei niemand ganz verstanden hat, wie das funktioniert. 

Ansonsten habe ich bis heute dann nichts weiter groß gemacht, dank lauter netter Hausaufgaben, die man ja mal wenigstens halbwegs minimal machen muss. Heute war ich dann aber mit meinem Gastpapa und Emma das Chateau de Versailles anschauen. Die Gartenanlagen lohnen sich zwar im Sommer eindeutig mehr, wenn die Brunnen funktionieren und die Bäume nicht so kahl sind, das Schloss an sich verändert sich ja von Sommer zu Winter eher weniger (vielleicht sind im Winter weniger Leute da, das wäre dann ein Vorteil dafür, heute dort gewesen zu sein) und ist wirklich sehr schön. 

(keine Sorge, hier kommen mal noch Bilder, die sind nur noch auf Emmas Kamera -->siehe Post vom 25. Februar 2016)

Zum Thema Versailles oder eher zu der Fahrt zurück und damit allgemein zum RER/Zug/Metro fahren in der Region um Paris muss man noch anmerken, dass sich die Tickets eventuell entwerten, wenn man sie in die Nähe des Handys oder von Kleingeld, also in den Geldbeutel packt. Dummerweise sind das genau die Orte, an denen man seine Fahrscheine normalerweise aufbewahrt. Bei Handys oder Münzen kann das passieren, bei Magneten werden die Tickets auf jeden Fall entwertet (wie Emma auf der Rückfahrt feststellen musste) (ich habe ja zum Glück meine Jahreskarte, da habe ich das Problem nicht), aber falls man an der Station, wo einem auffällt, dass das Ticket nicht funktioniert, ein Schalter mit nettem Mitarbeiter ist, bekommt man dort auch kostenlos ein neues Ticket ausgehändigt.


Inzwischen ist jetzt schon die Hälfte der Zeit hier um und irgendwie ist das komisch. Ich bin jetzt über 5 Monate hier und habe das Gefühl, es ist noch gar nicht so lange her, dass ich ein letztes Mal am ersten Schultag mit in Jena war und mir noch einen Tag Unterricht angetan habe oder dass ich auf dem Eiffelturm war (gute 4 Monate her) oder dass ich auf der Weltausstellung war (in etwa 3 Monate) oder dass ich Post mit Plätzchen von zuhause bekommen habe (etwa 2 Monate her) und Weihnachten kann doch auch nicht schon vor einem Monat gewesen sein! Irgendwie geht die Zeit verdammt schnell rum und gleichzeitig habe ich hier soviel erlebt, dass das gar nicht stimmen kann.
Und es sind auch noch knappe 5 Monate, bis ich wieder Zuhause bin. Einerseits freue ich mich richtig sehr, alle wiederzusehen, mal wieder eine Runde Moped zu fahren, leckeres Mischbrot oder Roster oder frisches Gehacktes oder Näpfle-Eierkuchen (ich höre mit der Liste hier auf, es gäbe da noch mehr zu nennen, aber dann wäre des Essensanteil in diesem Blogeintrag schon wieder etwas zu groß :D). zu essen, etwas mehr Pünktlichkeit zu haben (ja, das Vorurteil trifft vollkommen auf mich zu),  Unterricht auf Zeiss-Niveau zu haben (ja, ich bin und bleibe halt ein kleiner Streber), den dauerhaften Internatslärm die Woche über um mich zu haben (ja, den kann man vermissen, hätte ich vorher auch nie erwartet), usw. 

Andererseits sind 5 Monate auch relativ wenig, die zweite Hälfte vom Austauschjahr soll ja schneller umgehen als die erste (und die ging ja schon total schnell rum für mich irgendwie). Wenn ich eine Strichliste gemacht hätte, wie oft mich schon jemand gefragt hat, warum ich nicht einfach nächstes Schuljahr noch hierbleibe und die Terminale (also 12. Klasse) und mein Bac noch mache, hätte ich eine Liste mit mehreren Strichen. (Dieser Sinninhalt des letzten Satzes xD) Ich habe hier jetzt auch gute Freunde gefunden, die ich dann nach diesem Jahr sehr selten sehen werde. Und selbst wenn ich dann mal wiederkomme, zum Beispiel in den Ferien, wird es nie wieder sein wie jetzt, wenn wir zusammen in die Schule gehen. Deswegen hoffe ich auch, dass die Zeit möglichst langsam vergeht bis ich wieder zurückkomme. 

Also einerseits, freue ich mich schon richtig darauf, wieder zuhause zu sein aber andererseits will ich auch einfach noch möglichst lange hierbleiben. Ich hoffe mal, das war jetzt nicht zu verwirrend beschrieben. 

Das war es auch erstmal wieder von mir. :)

Sonntag, 10. Januar 2016

Ein neues Jahr beginnt

So, nach etwas über einer Woche komme ich endlich mal dazu (ok, Zeit dazu hatte ich vorher schon aber die Motivation, alles aufzuschreiben war irgendwie nicht so wirklich gegeben), euch über die letzten zwei Wochen zu berichten. (schließlich ist der Blog hier ja dazu da)

So, wie beim letzten Post gehen wir mal chronologisch vor.
Da folgt auf Weihnachten nämlich ziemlich direkt Silvester. Zu Silvester war ich mit Emma (siehe der alte Post von irgendwann Ende Oktober oder Anfang November) und ihrer Gastfamilie im Disneyland. Und nein, ich bin jetzt nicht zauberhafterweise zu einer rosa-liebenden Prinzessin-Fanatikerin geworden (okay, das war bei mir jetzt aber auch echt nicht zu erwarten). Hin und zurück ging es mit einem sehr vollen Auto, wobei ich vorher erstmal mit metro und zug zu emma fahren musste. Natürlich waren wir nicht die Einzigen, die auf die Idee kamen, Silvester im Disneyland zu feiern, es waren etwas sehr viele Leute, weshalb man meistens über eine Stunde anstehen musste. Die langen Wartezeiten sind wir aber zum Teil umgangen, indem wir genau dann diese Attraktionen gemacht haben, wenn viele Essen waren oder aber kurz vor Mitternacht. Bei dem tower of terror (Google oder Wikipedia hilft dem, der wissen will, was genau das ist ^^) standen um ca. 23.45 5min Anstellzeit, wir dachten also, wir schaffen das nich schnell. Naja, falsch gedacht, da wir uns genau in der Schlange angestellt haben, wo es einen technischen defekt gab und wir dann Mitternacht in einem Aufzug fest saßen. Ab um eins, wenn schon wieder viele den Park verlassen haben, waren die Schlangen dann auch quasi nicht mehr vorhanden waren, was wir natürlich ausnutzen mussten. Übernachtet habe ich dann auch noch bei Emma, da mitten in der Nacht durch Paris zu fahren eher als nicht so sicher angesehen wird.
Und einmal Disneyland-Bilder


Am Wochenende (also von Samstag auf Sonntag/vom 2.1. zum 3.1.) haben wir, also ein paar Mädels, die in der Region ihr Austauschjahr mit YFU machen, bei einer von uns, Karoline, übernachtet. Ihre Gastfamilie wohnt in Meaux, im Vergleich zu Paris ist das winzig und dort fängt langsam das ländliche Gebiet wieder an. Ich hab lange nicht mehr so viel Grün gesehen. Zum Abendbrot gab es Pizza, hier mal ein Bild, das zeigt, dass man nicht zu viel auf eine Pizza klatschen kann (und erst recht nicht zu viel Käse):



Macarons!
Das Abendessen war ein typisches Beispiel dafür, dass 5 Stunden für ein Abendessen in Frankreich nichts allzu Ungewöhnliches ist. Am nächsten morgen sind wir schon relativ früh nach dem Frühstück zurückgefahren, weil wir lieber alle zusammen Zug fahren wollten und die ersten schon relativ zeitig wieder zuhause sein sollten. Und Karolines Gastfamilie hat einen Hund. Ich mag Hunde.

So, damit waren die Ferien dann auch schon vorbei und die Schule geht wieder los. Also nicht direkt, weil es in der letzten Woche erst einmal das erste Bac Blanc gab. Bac Blanc könnte man in etwa mit Vorabi übersetztem und heißt, dass man täglich ein bis zwei große Klassenarbeiten (meistens 3h) schreibt, die bei manchen Lehrern aus richtigen bac-Aufgaben bestehen (halt dann vom letzten oder vorletzten Jahr und nur die, die man schon beantworten kann), aber nicht bei allen. Wenn man nur ein bac blanc an einem Tag hat, hat man den ganzen Nachmittag frei und kann sich auf die anderen vorbereiten, was ich natürlich ausführlich gemacht hat, wer mich kennt weiß ja, wie effizient ich mich auf arbeiten vorbereite(n kann).

Das habe ich jetzt aber au schon geschafft, am Mittwoch habe ich aber schon mein mündliches bac blanc in Französisch. Naja, das wird wahrscheinlich nicht allzu gut werden, kann mir ja aber egal sein.

Heute waren wir (also meine Gastmama, meine Gastschwester und ich) bei Verwandten zum Galette-des-Rois essen (obwohl heute dafür rein traditionell 4 Tage zu spät ist). Das ist eine typisch französische Tradition zum 6.1. (roi = König), bei dem eine kleine Porzellanfigur,(ursprünglich war das was anderes, ich hab vergessen was, das französische Wort ist fève und so heißt die Figur heute noch) in einen Kuchen, der so ziemlich nur aus Blätterteig besteht, eingebacken wird. Derjenige, der diese Figur dann in seinem Stück findet, ist für diesen Tag König und hat Glück für das Jahr oder so. Jedenfalls gab es davon drei und bei elf leuten habe ich mit zu den drei König(inne)n gehört. Und den kleinen Porzellan-Macarons durfte ich als Andenken auch mitnehmen:



So, das war's auch soweit erstmal wieder. (ich fang gefühlt jeden Absatz mit "so" an) Ein wunderschönes neues Jahr an alle, die das hier lesen und bis zum nächsten Mal, dass ich hier was schreibe :)

(und ja, ich kann noch heute für Sonntag schreiben, es ist noch eine knapp Dreiviertelstunde bis Montag. Und nein, ich müsste nicht schon schlafen, ich muss morgen erst um 10 in der Schule sein ^^)

Dienstag, 29. Dezember 2015

Weihnachten (und die Tage davor und danach)

Jetzt ist schon der 29.(ich habe das Datum hier mindestens dreimal geändert, weil ich es immer nicht geschafft habe, den Eintrag an dem Tag fertig zu schreiben), ich hätte diesen Eintrag hier früher schreiben sollen oder mir zumindest aufschreiben sollen, was ich hierhin schreiben will (okay, in diesem Satz kommt viel zu oft das Wort schreiben vor xD). Ums halbwegs organisiert zu halten, versuche ich mal, chronologisch die letzten Tage abzuarbeiten.

Am Mittwoch (dem 16.12.) kam mein Gastbruder aus Chile an, natürlich während ich in der Schule war (um wunderschön  4 Stunden lang einen Französisch-Aufsatz zu schreiben), weshalb sich meine Gastmama, die ihn vom Flughafen abgeholt hat, etwas Sorgen gemacht hat, weil ich nicht zu Hause war.

(ja, hier fehlen ein paar Tage, viel ist da einfach nicht passiert :D)

Am 20.12. war ich auf dem Weihnachtsmarkt bei der Avenue des Champs-Elysées, zusammen mit seeeeehr vielen anderen Menschen. Nachdem ich einige Zeit dem Menschenstrom gefolgt bin (und mir zwischendurch etwas zum Essen gekauft hab), wollte ich eigentlich nur wieder zurück zur Metro-Station laufen und komme an einem Stand vorbei, der deutsches Essen anbietet, unter Anderem Roster. Wie toll, dass ich schon keinen Hunger mehr hatte, weil ich schon etwas gegessen hatte. Nach 20 Minuten herumirren habe ich dann auch meine Metro-Station wiedergefunden, so einfach ist das nämlich bei den vielen Leuten und Ständen gar nicht.  

(und wieder ein paar Tage, an denen nicht so viel passiert ist)

Am Tag vor Heiligabend (also am 23.12.) kam dann auch der der Rest meiner Gastfamilie (außer meiner Gastschwester, die ein Austauschjahr in den USA macht) an. Nachdem meine Gastschwester und meine Gastgroßeltern (die aus der Bretagne) schon so gegen Mittag/Nachmittag ankamen, hab ich dann am Abend mit meiner Gastschwester und meinem Gastpapa zusammen meinen Gastbruder (also jetzt der, der noch bis Ende Januar in Berlin bleibt) vom Flughafen abgeholt.

Kommen wir nun mal zu Heiligabend, oder eher Heiligmorgen, -mittag und -nachmittag. Während der Rest der Familie seine Geschenke mehr oder weniger liebevoll verpackt hat (im Vergleich zu meinem jüngeren Gastbruder bin ich wunderbar talentiert darin, Sachen in Geschenkpapier einzupacken ^^), stand ich in der Küche und habe Kuchen gebacken, genauer gesagt eine Bûche de noel (theoretisch müssten auf das e noch zwei Punkte, ich bin aber zu faul, kurz zu googlen, wie man das am Laptop schreibt :D). Das ist mehr oder weniger eine Bikuitrolle mit Buttercreme, die mindestens ansatzweise Ähnlichkeiten mit einem Holzscheit hat.



Ich bin schon etwas stolz auf mich, muss ich mal sagen.
Am Abend ging es dann zum Abendessen und Geschenke verteilen zu meiner Gasttante (immer Gast- davor schreiben is echt anstrengend :D) Da mein Gastopa schon etwas älter ist und desegen nicht mehr so gut zu Fuß ist und kaum die Wohnung verlässt, sind seine Enkel (also diejenigen, die da waren, ich weiß nicht, ob das alle sind) nach der Kirche (die sich Weihnachten nicht sonderlich groß von sonst unterscheidet), vor dem Weihnachtsessen zum Frohe-Weihnachten-Wünschen zu ihm gegangen. Also einmal ein Bild: 

Das sind, von links nach rechts:
mein Gastbruder Antoine (der ältere, der sein Praktikum in Berlin macht)
mein Gastcousin Pierre
sein Bruder Paul
mein Gastbruder Tanguy (der jüngere, der 2015/16 in Chile ist)
Byron, der Cousin zweiten Grades meiner Gastgeschwister, der in Australien wohnt und seine "Sommerferien" (da Südhalbkugel genau dann, wenn wir Winter haben) dazu nutzt, herumzureisen)
Margot, meine Gastcousine
meine Gastschwester Apolline, die gerade aus Madagaskar wiedergekommen ist
ich (in einem Kleid, fast hätte man mich nicht erkannt :D)
mein Gastcousin Jeremy
und mein Gastcousin Alexandre

Wie gesagt sind wir dann zum Abendessen zu meiner Tante, die in der selben Straße wie der Gastopa wohnt. Ich würde mal meinen, dass unser Essen ein typisch französisches Weihnachtsessen war, falls jemand da anderer Meinung ist, kann er mich gerne berichtigen.

Also es gab:
zu trinken: Champagne und Wein, in Frankreich trinkt man gefühlt wirklich mehr Wein als in Deutschland (und natürlich auch Wasser, Saft usw.)

Vorspeise: Foie Gras (schmeckt besser, als man denkt, ist Geflügel-Leber, schmeckt ein bisschen wie Leberwurst) und Lachs

Hauptspeise: Ente oder anderes Geflügelzeug, bin mir nicht mehr so ganz sicher (mit Reis)

Nachspeise: eine bûche de noel (die ich gemacht habe ^^), ein weiterer Kuchen und Macarons (vom besten Macarons-Händler in Paris, wurden von Byron mitgebracht, weil der ähnlich wie ich nicht für jeden ein Geschenk hatte)

Geschenke gab es dann auch noch, ich habe relativ viel Beauty-Krams bekommen :D (relativ, weil der Anteil groß war, insgesamt hab ich nicht viel bekommen, was ja auch überhaupt nicht schlimm ist). Einfach, weil mich die ganzen Verwandten nicht so gut kennen und sich denken, dass das doch immer bei einem 16-jährigen Mädchen passen würde. Die schönsten Geschenke waren aber immer noch die, die ich am Morgen schon ausgepackt hatte, nämlich ein Krümelmonsterkissen und ein Krümelmonstertasche, die von meiner Schwester und meiner Mama selbst genäht haben.




 Noch einmal ein großes Dankeschön an alle, die mir etwas geschenkt haben :)

Und eine kleine Notiz an mich: Absatzschuhe den ganzen Abend anzuhaben lässt einen auf dem Nachhauseweg jeden Quadratmillimeter Fuß spüren.


Am 25.12. kamen dann so ziemlich die selben Leute, die Heiligabend zusammen gefeiert haben, zu uns zum Mittagessen. Sehr viel mehr ist da nicht mehr passiert an dem Tag, außer, dass ich zum ersten (und letzten) Mal für diese Weihnachtszeit "Last Christmas" gehört habe. Irgendwie gehört dieses nervig-schnulzige Lied doch schon etwas zu Weihnachten dazu und wenn man es nicht in gefühlt Dauerschleife hört, ist es auch gar nicht sooo schlimm.

Am 26.12. war nicht so viel los, ich bin früh mit meiner Gastmama und meinen Gastgroßeltern (also ihren Eltern, die aus der Bretagne), eine Runde spazieren gegangen und habe das schöne Wetter genossen, dass für Dezember aber viel zu warm ist. Am Nachmittag habe ich mich auch noch kurz mit zwei Leuten aus meiner Klasse getroffen, um etwas für unser TPE (so ähnlich wie Semi) zu machen. 

Ich habe in den Ferien mal wieder gemerkt, dass ich ohne Hausaufgabenheft und/oder Adventskalender und/oder Schultags-Wochenrhythmus keine Ahnung habe, welches Datum und welchem Wochentag wir haben. 

Aber jetzt mal weiter in der Abarbeitung der Tage: am 27. (also dem Sonntag) war ich mit meiner Gastschwester eine Runde spazieren (gutes Wetter muss ja genutzt werden). Und zwar sind wir zur Coulée Verte gegangen und sind einen Teil von dieser bepflanzten, alten, stillgelegten Bahnschiene entlanggelaufen. (okay, irgendetwas stimmt mit der Grammatik in diesem Satz nicht :D) Auf dem Rückweg haben wir das Fahrrad genommen, genauer gesagt velib'. Das sind Fahrräder, die man sich so ziemlich überall in Paris an Stationen ausleihen kann. Und das ist gar nicht mal so teuer, ein Tag kostet 1,70€, eine Woche kostet 7,00€ und ein Jahr 29€, falls ich mich nicht irre. Dazu kommt dann noch ein Stundenpreis, je nachdem, wie lang man fährt. Unter einer halben Stunde kostet aber nichts extra, weshalb man versuchen sollte, das Fahrrad nach etwa 25 min zu wechseln ^^. Jedenfalls ist Fahrrad fahren in Paris ein Erlebnis für sich, bei so einem gefühlt 10-spurigen Kreisverkehr wie dem Place de la Bastille ist das glaube ich auch nicht ganz ungefährlich. Ich habe es jedenfalls überlebt, ansonsten könnte ich ja schlecht hier schreiben. ;)

Gestern (wuhuu, ich bin schon bei gestern angekommen, anscheinend werde ich es schaffen, den Post heute noch hochzuladen) ist das einzige was passiert ist und es wert ist, dass ich es hier erwähne (ich meine, ich könnte ja auch beschreiben, wie ich fernsehe und lese usw. aber das wäre ja eher nicht so interessant^^), das wir zum brunchen zu meiner Gasttante gefahren sind (und ich mein Weihnachtsgeschenk von ihr - ein Armband - bekommen habe, weil sie vergessen hat, Heiligabend die Geschenke mitzubringen).

So, das war es soweit auch schon, ist mal wieder etwas länger geworden. Ich denke mal, ich werde in den Ferien (also wahrscheinlich am Sonntag) noch einmal was schreiben. :)



Dienstag, 15. Dezember 2015

Stella mit Backblech auf dem Kopf und Süßkram, seeehr viel Süßkram

Man merkt mal wieder, die Hälfte dieses Blogs dreht sich ums Essen.
Schön, dass ich mir immer vornehme, was ich schreiben will, es mir aber nicht irgendwo aufschreibe und dann wieder vergesse, bis ich mal am Laptop sitze. Also zu dem, an was ich mich erinnern kann:

Bevor wir also zum Essen kommen, erst einmal wieder etwas zum Thema Schule. Und zwar haben wir (inzwischen schon vor über einer Woche unser Klassenfoto bekommen[was vor einer gefühlten Ewigkeit gemacht wurde]).Also hier einmal meine Klasse:

beste mit-Handy-von-Bild-abfotografiert-Qualität

Wer jetzt bei Première an erste Klasse denkt (wieso auch immer), liegt gar nicht sooo falsch. In Frankreich werden Schuljahre nämlich genau andersrum gezählt und dann auch noch beginnend mit der Terminale (anstatt zwölfte Klasse). Also nochmal in verständlich:
Terminale - 12. Klasse
Première (frz. für erste) - 11. Klasse
Seconde (frz. für zweite) - 10. Klasse
Troisième (frz. für - wer hätte es gedacht - dritte) - 9. Klasse
usw.

Und - wer hätte es erwartet - Franzosen sehen auch aus wie normale Menschen.

Kommen wir nun zum Essen oder eher zu den weiteren Paketen, die ich letzte Woche bekommen habe. Die kamen nämlich von meinen Großeltern und beinhalteten neben allgemeinem Süßkram unter Anderem auch Plätzchen und selbstgemachten Stollen (bei Plätzchen ist das selbstgemacht für mich irgendwie schon fast selbstverständlich :D) und noch anderes Zeug, dafür bin ich aber etwas zu faul zum Schreiben, also lasse ich mal Bilder sprechen:




Paket Nr. 1 


und Nr. 2

ein Schubfach voll Süßkram

Und ganz ganz vielen lieben Dank nochmal für die Pakete und für alle anderen Briefe und Postkarten, auch für die, die nicht ankamen ;)
Das erste Paket kam am Freitag im Laufe des Tages an und die Concierge hat es angenommen und gleich in meinem Zimmer gelassen, weil sie freitags immer unsere Wohnung sauber macht. Das Zweite war etwas komplizierter zu bekommen. Anscheinend war nämlich niemand da, um das Paket anzunehmen, weswegen es in den "nächsten" UPS Access Point gebracht wurde. Der war zwei RER-Stationen (also den RER könnte man in etwa mit ner S-Bahn vergleichen)  entfernt, ich hatte gehofft, "nächster" Access Point wäre etwas näher. Aber kann man ja nicht ändern. Ich bin dann also am Nachmittag nach meiner Mathe-Klassenarbeit zu der RER-Station in der Nähe des Access Points gefahren und bis zu der Adresse gelaufen. Dort musste ich aber feststellen, dass es weit und breit keinen Laden gab, der nur ansatzweise nach Paket-Stelle aussah. Nach einer Viertelstunde hin- und herlaufen bin ich dann einfach mal zu  der Fleischerei gegangen, die in etwa da war, wo die Hausnummer sein müsste (die Hausnummer stehen natürlich nicht an den Häusern, wenn es keine direkte Eingangstür sondern nur Läden gibt). Auf die Frage nach Nummer 348 wurde ich auf den Laden gleich nebenan verwiesen. Der sah so aus:



Ich mein, ist doch verständlich, dass man diese kleinen Aufkleber übersieht, so einer kleiner Laden sieht doch nicht wirklich so aus, als könnte man dort sein Paket abholen. Jedenfalls musste ich dort dann auch noch ein ganzes Stück warten und gefühlt drölftausend mal wiederholen, dass sowohl mein Name als auch der Name meiner Gastfamilie auf dem Pakte steht. Nachdem ich das Paket dann zuhause ausgepackt hab, habe ich  angefangen, meinen Kuchen fürs YFU-Treffen zu backen. Hefeteig mag mich anscheinend nicht (wahrscheinlich wars dem zu kalt), aber letztendlich is der Kuchen doch noch was geworden.
Am Abend haben wir dann noch Sonja-Marie aus Estland, die im Osten Frankreichs ihr Austauschjahr verbringt, aber für die Treffen mit an die Region Ile-de-France gehängt wurde, weil sie die einzige dort ist, vom Bahnhof abgeholt, weil sie von Samstag auf Sonntag wegen dem YFU-Treffen bei uns übernachtet hat. Zum YFU-Treffen fällt mir nicht viel ein, nur dass es eine halbe Stunde länger ging, als erwartet, weshalb wir schnell umplanen mussten, weil wir nicht nochmal zurück zur Wohnung fahren konnte, um Sonjas Rucksack zu holen. Letztendlich hat das dann alles doch noch funktioniert (meine Gastmama hat den Rucksack zum Bahnhof gebracht und wir sind auch direkt vom Treffen zum Bahnhof gefahren).
Als kleiner Tipp für alle, die unbedingt in der vollen Pariser Metro ein Blech Kuchen transportieren wollen: Packt euch das Blech auf den Kopf. Sieht zwar total doof aus, nimmt aber viel weniger Platz weg und das is praktisch, wenn die Metro sowieso voll ist. (und ich weiß, dass es jeder, der mich kennt, nicht schwer hat, sich mich mit einem Kuchenblech auf dem Kopf Metro fahrend vorzustellen)

So, dass war es jetzt erst einmal wieder.
Eine schöne Vorweihnachtszeit (und vielleicht auch schon Frohe Weihnachten, ich weiß nicht, ob ich vor Weihnachten noch etwas schreibe) an euch alle!