Donnerstag, 26. November 2015

Heute vor drei Monaten ging es los und ich habe Plätzchen - juhuuuuu

Heute ist der 26.11., am 26.8. bin ich in den Flieger nach Frankreich gestiegen, bin also schon drei Monate hier (okay, genug Mathe :D). Drei Monate von 10, das heißt, ein Drittel meiner Zeit hier ist schon fast vorbei, in etwas mehr als sieben Monaten bin ich wieder in Deutschland. (okay, jetzt aber Schluss mit Mathe)
Einerseits kommt es mir so vor, als wäre ich noch gar nicht lange hier, andererseits hab ich in der Zeit schon sooo viel erlebt. Ich sollte glaube ich weniger darüber nachdenken, wie viel Zeit schon um ist und wie lange ich hier bleibe und, dass die Zeit so schnell vergeht und gleichzeitig so langsam und so weiter und einfach die Zeit genießen. Und während ich das denk, denke ich ja eigentlich schon wieder darüber nach, worüber ich nicht so viel nachdenken wollte. Oder so.

Mein erstes Trimester in der Schule hier ist auch jetzt seit einer knappen Woche um und ich fühle mich irgendwie schlecht, weil ich so gut bin. Ich meine, ich bin im Gesamtschnitt (der total kompliziert zu errechnen ist, weil alle Fächer da unterschiedlich oft reinzählen) Klassenbeste und in allen Fächern besser als der Durchschnitt, außer in Geschichte-Geo, da hätte ich aber auch bestanden mit dem Äquivalent zu einer 4------- (also ich steh 9,6 oder so, 10 ist bestanden). Man merkt einfach in Mathe und Physik-Chemie die zwei Jahre am Zeiss, dort bin ich nämlich (mit Abstand, was sich nochmal schlechter anfühlt) Klassenbeste.

Kommen wir nun zu einem viel wichtigerem und hier noch nie angesprochenem (Ironie aus) Thema: Essen, genauer gesagt Plätzchen:
Ich versuche, nicht alle selber zu essen :D
Ich habe nämlich ein Paket von zuhause bekommen. Unter Anderem mit Wintersachen, da ich zu faul bin mir hier welche selber zu kaufen (und das auch total teuer wäre und am wichtigsten: ich einkaufen hasse). Neben Klamotten, die hier sowieso niemand sehen will, denke ich, und Plätzchen gab es auch:

eine selbstgemachte Haferflocken-Schoko-Keks-Backmischung in einer (vorher natürlich sauber gemachten) Ketchupflasche:


ein Weihnachtsgeschenk:


und ein Nikolausgeschenk:


(die ich natürlich erst zum richtigen Datum aufmache)


Das war es auch erstmal wieder von mir. Habt alle eine schöne Adventszeit :) ( da ja am Wochenende jetzt schon erster Advent ist).

PS: Wenn irgendjemand jetzt Lust bekommen hat, mir einen Brief/eine Postkarte/ Süßigkeiten/ irgendetwas anderes Nettes zu schicken, so kann er das gerne tun ^^

Sonntag, 15. November 2015

Mir geht es gut. Vielen Anderen nicht.

So, das wird der zweite Post, den ich heute hochlade, aber es erschien mir einfach unpassend, dass was ich hier schreiben werde ans Ende des anderen Posts zu packen.

Es steht auch schon im Titel: Mir geht es gut. So ziemlich der erste Satz, den ich allen geschickt habe, die mich seit Freitag Abend angeschrieben haben.

Jeder, der an diesem Wochenende Nachrichten geschaut hat, wird mitbekommen haben, was am Freitag Abend/der Nacht auf Samstag hier in Paris passiert ist. Eher weniger wurde aber darüber informiert, zumindest hier in Frankreich, dass es auch Anschläge in Beirut und Bagdad gab.

Als wir am Freitag Morgen in der Schule noch Witze darüber rissen, dass heute ja Freitag der dreizehnte ist und deswegen etwas schlimmes passieren müsse, wenn man den abergläubisch wäre, konnten wir ja nicht ansatzweise ahnen, dass abergläubische Leute mit ihren Befürchtungen Recht hatten.

Ich habe an diesem Abend zusammen mit meinen Gasteltern das Fußballspiel im Fernsehen geschaut, ich meine Deutschland gegen Frankreich, ich bin als Deutsche ein Jahr in Frankreich, da ist das ja mehr oder weniger Pflicht, das zu schauen. Die Explosionen in der Nähe vom Stadion hat man zwar übers Fernsehen gehört, da der französische Kommentator aber nichts weiter dazu gesagt hat, habe ich da gar nicht groß weiter drüber nachgedacht. Bis mir dann jemand aus Deutschland schrieb, dass der Kommentator dort etwas von einer Bombendrohung erzählt. Wenn man genauer drüber nachdenkt, ist es verständlich, dass der französische Kommentator nichts dazu gesagt hat. Wenn man sich vorstellt, dass diejenigen, die zuhause schauen dann ihren Bekannten/Familienangehörigen/Freunden/wasauchimmer im Stadion, die davon nichts wissen, sagen, dass es eine Bombendrohung gab, wäre dort eine Massenpanik ausgebrochen, die nicht kontrollierbar wäre. So hatten die Verantwortlichen mehr Zeit, zu planen, wie sie die Menschen im Stadion irgendwie ansatzweise! beruhigen und Sicherheit gewährleisten können.

Zu den einzelnen Anschlägen an sich brauche ich Nichts schreiben, von der immensen Zahl an Toten und Verletzten und dem ganzen Ausmaß wurde schon genug berichtet. Da mich relativ viele gefragt haben, wie weit ich davon entfernt war, zum Glück bin ich den ganzen Abend (ok eigentlich bis jetzt) in de Wohnung geblieben, hier mal ein Bild, der neu gemalte grüne Punkt bin ich ungefähr:

Quelle (ohne grünen Punkt): http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/11/13/explosionen-und-schiesserei-vor-stadion-in-paris/

 Von der Wohnung bis zum Bataclan sind es so ca. 2.5 km, also schon nah dran. Das hat man auch daran gemerkt, wie viele Polizeiautos und Krankenwagen hier vorbeigefahren sind.
An dem Abend habe ich also nach dem Spiel bestimmt zwei Stunden lang Nachrichten geschaut und dann gesagt, dass ich versuchen werde zu schlafen. Das ist leichter gesagt als getan, nachdem ich das gesagt habe war ich bestimmt noch 3 Stunden wach. Während dieser drei Stunden habe ich abwechselnd zwei Liveticker (einen auf deutsch, einen auf französisch) aktualisiert, um zu wissen, was jetzt noch weiter passiert ist und allen Leuten zurückgeschrieben, die sich um mich Sorgen gemacht haben. Wenn ich in der Nacht von Freitag auf Samstag drei Stunden geschlafen habe, war das viel. Am gestrigen Tag habe ich mit unterschiedlichen Leuten insgesamt bestimmt 7 Stunden lang geskypt, davon schon allein 2 mitten in der Nacht. Danke nochmal Felix, falls du das liest, dass ich dich volllabern durfte, hat mir in dem Moment wirklich geholfen.
Eigentlich haben wir auch fast jeden Samstag eine Klassenarbeit zu schreiben (man kann sich ja nichts schöneres vorstellen, als am Samstag früh aufzustehen), aber gestern ausnahmsweise nicht. Hätten wir eine an dem Tag gehabt, wäre die ausgefallen, genauso wie alle anderen schulischen Aktivitäten aller Schule und Universitäten in der Region (bin mir nicht ganz sicher, ob in der ganzen Region Ile-de-France oder nur in Paris).

So langsam fange ich an zu realisieren, was überhaupt passiert ist. Ich meine, ich weiß, was passiert ist, ich hab die Nachrichten gesehen und alles, ich weiß, dass so und so viele Leute (die Zahl steigt ja immer weiter) tot sind und jede Menge verletzt. Aber irgendwie kommt das erst jetzt so langsam in  dem Teil meines Gehirns an, der dafür da ist, das bewusst zu wissen.

Zum Glück hatte ich am Freitag für gestern ausgemacht, mich mit jemanden aus meiner Klasse zu treffen, um zusammen die Mathehausaufgaben zu machen. Ablenkung von zu viel Nachdenken tut immer gut. Genauso wie die 4 Stunden, die mir überhaupt nicht so lang vorkamen, zocken und reden am Abend, danke dafür Fynn.

Und weil das so mit das war, was mir am meisten geschrieben wurde in den letzten 2 Tagen: Ich werde auf mich aufpassen. Ich hab euch alle lieb und bin so verdammt froh, nicht dort an einem der Orte der Anschläge gewesen zu sein.

Es muss so schrecklich sein für die Familien oder Freunde oder wasauchimmer von denjenigen, die dort umgekommen sind. Aber auch für die, die gerade so entkommen sind, überlebt haben und jetzt ihr ganzes Leben diese grausamen Erfahrungen als Erinnerungen haben. Diese Leute tun mir alle so leid und ich bin richtig froh, dass ich dort nicht war (ich schreibe das glaube ich zu oft hier). Ich wünsche diesen ganzen Leuten die ganze Kraft und Unterstützung die sie in dieser verdammt schweren Zeit brauchen.

Ich hoffe, das was ich jetzt schreibe wird nicht falsch verstanden:
Ich weigere mich dagegen, mich gefühlt der Hälfte meiner facebook-Freunde anzuschließen, die ihr Profilbild mit einer Frankreichflagge versehen und Bilder mit "Pray for Paris" oder ähnlichem posten. An sich ist das eine verdammt gute Idee und es gibt jede Menge Leute, auf die das folgende nicht zutrifft.
Ich rede von denjenigen, die das machen, weil es alle machen, die einfach "#prayforparis" schreiben und denken jetzt wäre alles gut und sie haben sich sehr dafür eingesetzt, die sehen, dass ihnen facebook vorschlägt, ihr Profilbild in blau-weiß-rot zu gestalten um Anteilnahme für Frankreich zu zeigen. Ich würde es als "geheuchteltes Mitgefühl" beschreiben, obwohl die Formulierung auch wieder nicht ganz passt. Es ist schwer zu beschreiben warum mir das nicht passt, ich hoffe der Eine oder Andere hat verstanden, was ich meine.

Ganz zum Schluss noch ein was: Ich hasse diese Leute, Terroristen. Die einfach unschuldige Leute umbringen. Was haben diese Leute auf dem Metal-Konzert euch getan? - Genau, NICHTS. Genauso wie die anderen Leute, die auf der ganzen Welt die Opfer unzähliger Terror-Anschläge werden.
Ich weiß, es ist naiv, aber ich bin manchmal echt naiv, aber können sich einfach nicht die Menschen auf der Welt lieb haben verdammt? Kann man denn mal nicht verstehen, dass die unschuldigen Leute, die Zivilisten, am meisten unter Kriegen leiden? Können wir nicht einfach unsere Zeit auf diesem Planeten miteinander statt gegeneinander verbringen?


Es tut mir leid für den Gefühlsausbruch am Ende und Danke, wenn du bis hier in gelesen hast <3
(Rechtschreibfehler und unlogischer Satzbau ist mir vollkommen egal, ich lese den langen Text jetzt nicht nochmal Kontrolle)

Der Herbst ist schön warm (zumindest letztes Wochenende)

...und nicht nur warm, sondern auch schön bunt. Das musste man natürlich gleich ausnutzen und eine Runde spazieren gehen und sich dabei drüber freuen, dass man Anfang November draußen nicht einmal eine Jacke braucht (ok, Menschen mit einem "normalen" Temperaturempfinden hätten sich glaube ich schon eine Jacke angezogen). Hier also ein paar Bilder von bunten Bäumen in Paris im Herbst:








Irgendwie mag ich diese kleinen Läden total, die man hier überall am Seine-Ufer verteilt findet:


Dort gibt es so alles über Postkarten, Bücher (jede Menge Bücher, ursprünglich gab es da nur Bücher) und etwas an Souvenir-Kram. Es gibt anscheinend nichts, wo man keinen Eiffelturm drauf klatschen kann, um ein Paris-Souvenir zu erschaffen. Diese Läden haben auch noch einen tollen Namen, nämlich "bouquinistes".


Apropos Namen von Sachen: Ich habe mich ja im Französisch-Unterricht immer etwas schwer getan mit der Aussprache von stimmhaften und stimmlosen "sch"s und "s"s. Das ist ja nicht so schlimm könnte man denken, da gibt es nur leider ein Problem. Wenn man ein stimmhaftes s oder sch als stimmloses ausspricht oder umgekehrt, kann dabei ein ganz anderes Wort rauskommen. 
Nehmen wir beispielsweise das französische Wort für Fisch, "Poisson", und das für Gift, "Poison". Die spricht man nämlich nicht gleich aus. Ein einzelnes s wird stimmhaft, ein doppeltes stimmlos ausgesprochen. Man Sollte also nicht aus Versehen im Restaurant Gift bestellen ^^

Ein Beispiel, bei dem mich meine Gastmutter aufgrund meiner falschen Aussprache falsch verstanden hat, ist folgendes: die Orte Chantilly (ein ganz schönes Stück nördlich von Paris) und Gentilly (Vorort, der direkt im Süden an Paris grenzt). Jetzt denkt man, wenn man keine Ahnung von französischer Aussprache hat, vielleicht erstmal "Ist doch ganz einfach, da kommt ja nicht einmal ein s oder sch vor" - falsch gedacht. Ein "ch" wie im Deutschen existiert in Frankreich einfach nicht, "ch" wird hier als stimmloses sch ausgesprochen. Und das g in Gentilly ist ein stimmhaftes sch. Meine Gastmutti war also etwas verwirrt, wieso eine aus meiner Klasse in Chantilly wohnt und in Montrouge (auch ein Vorort, der im Süden direkt an Paris grenzt) zur Schule geht. Dann kann  man ja zum Glück immer noch buchstabieren um zu erklären, was man sagen will. :D

Ich stelle immer wieder fest, dass ich viel mehr Sachen esse, die ich vorher nie gegessen habe. Man muss nur genug Hunger haben, dann  ist man viel mehr neue Sachen. So zum Beispiel auch vorgestern (inzwischen sind ein paar Tage vergangen, ich habe es immer noch nicht geschafft, diesen Post fertig zu schreibe): Mein Gastvater fragte mich, was ich zum Abendbrot haben will und da ich wie so ziemlich immer keine speziellen Ideen oder Wünsche hatte, schlug er vor, dass wir auch in ein libanesisches Bistro würde ich es mal nennen, was hier gleich um die Ecke ist (davon gibt es in Paris verdammt viele) gehen können. Dazu muss man sagen dass mein Gastvater hier aus dem Libanon stammt und wir auch sonst schon ein/zwei Mal libanesisch gegessen haben. Wenn ich ein Bild von dem Essen gemacht hätte und es hier mit hochladen würde, würde mir niemand, der meine Essgewohnheiten kennt, glauben, dass ich das esse. Aber ich bin echt stolz auf mich, was ich hier essenstechnisch an neuen Sachen ausprobiere.






Sonntag, 1. November 2015

Und schon wieder ein Eintrag :D (eigentlich sollte ich Hausaufgaben machen...)

Die Zeit geht so schnell rum hier und gleichzeitig so langsam. Jetzt bin ich schon etwas länger als 2 Monate hier, heißt, ein Fünftel meiner Zeit als Austauschschüler in Frankreich ist schon vorbei. Oder optimistisch betracht, ich habe noch knapp viermal so viel Zeit hier vor mir. Keine Ahnung, ob das jetzt viel oder wenig ist, ein ordentliches Zeitgefühl hatte ich sowieso noch nie. 

Irgendwie bin ich auch froh, dass morgen die Schule wieder anfängt (Ja, ich bin komisch :D). Das aber einfach nur, weil ich dann "gezwungen" bin, mehr mit anderen Leuten zu machen. Ich war ja noch nie so diejenige, die immer viel in den Ferien mit anderen Leuten unternimmt. Daran wird sich auch wahrscheinlich nichts ändern. Wenn man reichlich wenig in den Ferien macht (und sich die Hausaufgaben bis zum letzten Wochenende aufschiebt) hat man auch viel zu viel Zeit nachzudenken und zuhause zu vermissen. 
Aber das war zum Glück nicht so schlimm, dass ich unbedingt zurück will sondern einfach nur soweit, dass ich richtig realisiert habe, nachdem hier auch nicht mehr alles neu ist und alles etwas alltäglicher geworden ist, wie wichtig mir manche Sachen und Leute (die ich jetzt nicht aufzähle, da würde ich nur irgendjemanden vergessen, der sich dann total benachteiligt fühlt, weil er nicht erwähnt wird) sind. (dieser Schachtelsatz) 
Meistens überkommt einen das in einer Situation, in der man nicht damit rechnet, zum Beispiel gestern Abend, beim Essen. (was wäre das für ein Post, in dem Stella nicht über Essen schreibt^^) Da gab es nämlich Lachs. Und wie ich so das erste bisschen Lachs schmecke kommt mir sofort unser fast alljährliche Ostsee-Urlaub in den Sinn, wie ich mit Chlums (weil von meiner Familie ja niemand Räucherfisch mag) im Hafen sitze und Räucherlachs esse. Durch so etwas fällt mir dann auf, wie wichtig meine (erweiterte, wenn man Nachbarn mitzählt ;) ) Familie für mich ist. 

So, nun einmal zu einem anderen Thema (das auch mit Essen zu tun hat): Ich werde fett. Jedenfalls etwas... Aber anscheinend wird das ja jeder in seinem Austauschjahr, nach dem, was ich vorher und jetzt von anderen Austauschschülern gehört habe. Von daher hoffe ich einmal, dass es nicht allzu schlimm wird (jeder der mich kennt, weiß, dass ich es hasse, Klamotten einzukaufen und das müsste ich ja zwangsläufig, falls mir meine nicht mehr passen) und dass das nach dem Austauschjahr bitte zum Großteil wieder weggeht (hoffentlich auf magische Weise oder ähnliches, weil ich zu faul bin, groß Sport zu machen :D) 

Im Großen und Ganzen geht es mir aber wirklich gut hier und ich werde jetzt doch einmal probieren, Hausaufgaben zu machen :D

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Ein Wochenende in Mailand und ein Tag im Parc Astérix :)

Wie der Titel bereits schon sagt, war ich das Wochenende mit meiner Gastfamilie und drei Verwandten/Bekannten in Mailand. Natürlich habe ich auch ein paar Bilder gemacht.

Das erste, was mir dort aufgefallen ist, wovon ich kein Bild gemacht hab, ist, dass Fußgänger-Ampeln in Italien auch gelb werden. Das ist aber an sich auch nicht so wichtig. :D

Aber erstmal muss man ja nach Mailand kommen, wir sind mit dem Flugzeug geflogen. Für ein Wochenende reicht da ja auch nur Handgepäck. Dabei ging Stella-lässt-Dinge-am-Flughafen-weil-sie-nicht-ins-Handgepäck-dürfen in die nächste Runde. Diesmal: Duschbad und Shampoo, schön, wenn man beim Packen nicht daran denkt, dass man ja diese schöne Flüssigkeiten-Volumen-Beschränkung hat. 

Da wir relativ früh geflogen sind, konnte man schön einen Sonnenaufgang sehen:


Samstag Vormittag angekommen, haben wir uns dann erst einmal etwas von Mailand angesehen:
erst einmal der Mailänder Dom:


etwas verwackelt, hatte aber kein nicht verwackeltes Bild geschafft
Weiter ging es zum Castello Sforzesco(schön, dass man im Internet suchen kann, wie das hieß):

also das ist nicht das ganze ^^
Dann sind wir noch etwas durch einen Park gelaufen.Dabei kamen wir auch am Arco della Pace vorbei, ich habe immer noch nicht verstanden, wieso die immer solche Bögen bauen müssen, aber hier noch ein Bild davon: 


Soweit zum Samstag. Am Sonntag waren wir dann auf der Expo, der Weltausstellung, die dieses Jahr in Mailand ist. 
Und was macht man, wenn man sich die Pavillons aller möglichen Länder der ganzen Welt anschauen kann? Genau, man schaut sich den deutschen an. So in etwa wie bei Google Maps. Du kannst dir fast die ganze Welt ansehen und was machst du: schaust dir dein zuhause an. ^^ 
Der deutsche Pavillon war aber auch eindeutig der beste ;)
In jedem Pavillon gab es auch etwas ländertypisches zu essen. Ich hatte vorher doch etwas gehofft, mal wieder ne Roster essen zu können und habe mich richtig gefreut, als ich dieses Schild gesehen habe:

Es heißt demzufolge also Semmel, um der Diskussion mal ein Ende zu bereiten.
Bevor jetzt jemand meint, sich darüber zu freuen, dass es Bratwurst heißt, muss ich anmerken, dass das keine Roster/Bratwurst war sondern eher eine gebratene Bockwurst, lecker war es trotzdem. Und wieso habe ich vorher noch nie Senf und Ketchup zusammen gegessen... Da, noch ein Bild davon:

 

Der deutsche Pavillon war zweigeteilt, einmal wurden die einzelnen Bundesländern präsentiert und es gab Essen und im anderen Teil war die eigentliche Ausstellung zum Thema der EXPO 2015 "Feeding the Planet, Energy for Life". Falls es jemanden interessiert, wie Thüringen präsentiert wird, bitteschön:


Und einmal, wie der deutsche Pavillon bei...


...Tag und...

...bei Nacht aussieht.
Die Ausstellung an sich war die 1,5 Stunden anstehen auch total wert, die war echt schön gemacht.




Man hat am Eingang so ein Papp-Klapp-Etwas bekommen, was wie folgt genutzt werden konnte und den Inhalt in der gewählten Sprache angezeigt hat:
(hier ist ein Video, es wird nur irgendwie nicht angezeigt)


Und das allerbeste: Es gab eine Rutsche!! (Ich habe mich aber alleine nicht getraut, mich mit den ganzen kleinen Kindern anzustellen):


Wir haben uns aber natürlich andere Pavillons angeschaut, davon habe ich aber nicht so viel Bilder gemacht :D Nur noch eins vom russischen, dort konnte man nämlich Tshirts mit Putin mit Sonnenbrille und Unterschrift kaufen, wer auch immer so etwas kauft:


Bevor wir dann Montag Abend wieder nach Paris geflogen sind, waren wir noch an einem See, dem Lago Como:


Auf der Fahrt dahin durch das größte Nichts wurde mir wieder klar, dass ich nicht mein ganzes Leben in einer Großstadt verbringen will. Da gibt es viel zu wenig Grünzeug wie Wälder, Felder , Wiesen, Berge usw.

Am Dienstag war ich zusammen mit anderen YFUlern im Parc Asterix, einem Freizeitpark in der Nähe von Paris. Tollerweise kamen Emma und ich zu spät, weil wir etwas wenig Zeit für das Schlangestehen für den Shuttle-Bus eingeplant hatten. Der Tag an sich war sehr schön, auch weil die Sonne die ganze Zeit schien und es dadurch schön warm war.
Leider steht man in solchen Parks halt immer den Großteil der Zeit nur an. Wir hatten für die großen Achterbahnen aber meistens einen guten Zeitpunkt erwischt, sodass wir die drei größten zeitlich locker geschafft haben. Am Ende hatten wir noch Zeit, aber nicht genug, um uns noch einmal über eine Stunde anzustellen. Was macht man dann? Genau, erst einmal Kettenkarussell und dann Kinder-Pferde-Karussell fahren:





 Da fast Halloween ist, waren im Park verteilt immer ein paar Leute, die einem Angst machen sollte. Zum Beispiel einer, der mit einer Kettensäge (ohne Kette) herum gerannt ist oder diese knuffige Ratte (also ein Mensch im Rattenkostüm^^):



Die Warteschlangen sind meistens so gemacht, dass man sich irgendetwas währenddessen anschauen kann oder einfach im Grünen und draußen wartet. Ein Beispiel für "etwas anschauen" ist die wunderschöne Blümchen-Unterhose von Zeus, zu sehen im nächsten Bild:



Das war es auch schon wieder. :)

Freitag, 23. Oktober 2015

Fast 2 Monate in Frankreich

Hallöchen an die Leute da draußen, die sich das hier anschauen! :)

Seit knapp einer Woche habe ich jetzt hier Ferien und dafür, dass ich an sich nicht so der Mensch bin, der seine Ferien voll ausplant, habe ich schon erstaunlich viel gemacht.
Am Dienstag und Mittwoch habe ich mich nämlich mit Emma (war mit mir auf der VBT) getroffen und wir sind mehr oder wenige Ewigkeiten durch die Gegend gelaufen. Dabei hat sich gezeigt, dass wir beide reichlich wenig Orientierung haben, aber lustig war es dadurch erst Recht. 
Am Dienstag war ich mit Emma das erste Mal bei Starbucks um festzustellen, dass das wirklich verdammt überteuert ist. Aber egal, lecker wars und lustig auch, weil wir unseren Frappuccino Caramel auf "Babsi-Dieterle" (die kleine Holzgiraffe von Emma, siehe Bild) bestellt hatten. Was daraus wurde, kann man auf dem Bild sehen:



Am Mittwoch hatten wir uns im Gegensatz zum vorherigen Tag mal grob überlegt, was wir machen können und sind mit der Métro in Richtung Eiffelturm gefahren, weil Emma da bis jetzt dieses Jahr noch nicht war. Habe ich schon mal ein Bild von mir mit Eiffelturm im Hintergrund hochgeladen? Ich glaube nicht, also: 



Dann haben wir Hunger bekommen und sind in den nächsten Supermarkt, um zu schauen, was wir essbares finden. Nachdem wir die Preise von verschiedenen Brownie-Packungen verglichen hatten, entschieden wir uns für die größte Packung, die Preis-Leistungs-mäßig am günstigsten und insgesamt auch nicht am teuersten war. Wir mussten kurz darauf feststellen, dass das keine einzeln verpackten Brownies sondern ein großer war. Naja, lecker war es auf jeden Fall und einer vollwertigen Mahlzeit von der Kalorienanzahl her auch gleich. Ich habe das Gefühl, ich werde nach diesem Jahr nach Hause rollen. 

Nachdem ich am Tag vorher beim Eiffelturm war, habe ich gestern mal noch einen weiteren der Touristen-überhäuften Orte von Paris besucht. Ich war zusammen mit meiner Gastmama in der Basilika Sacre-Cœur in Montmatre. Wenn man davor steht, hat man einen schönen Blick über einen Großteil von Paris. Das einzige Problem daran ist nur, dass Paris von oben so ein wunderschöner Einheitsmatsch aus hellen Häusern ist, der hier und da von herausstechenden Gebäuden wie dem Pantheon oder der Kathedrale Notre-Dame oder dem Eiffelturm durchbrochen wird. Aber an sich ist das doch schon ein schöner Ausblick:


Und Sacre-Cœur an sich kann man sich auch mal anschauen:


Einen Nachteil hat das Leben in der Großstadt schon: keine Sonnenauf- oder -untergänge beobachten zu können, einfach weil überall Häuser sind. Da vermisse ich es, zuhause in Saalburg davon geweckt zu werden, wie die Sonne langsam durch das Wäldchen aufgeht und in mein Fenster scheint. Die Sonne sieht man hier an sich auch relativ selten, es regnet relativ oft oder ist bewölkt. 

Um noch einmal etwas zur Schule zu sagen, auch wenn das schon etwas her ist: 
In der letzten Schulwoche hatten wir Feuer-Probe-Alarm, der echt nicht ernstzunehmen war, da man von allen Räumen einen guten Blick auf den Schulhof hat und dort schon der Schulleiter und zwei weitere Lehrer standen, um auf uns zu warten. Der Alarm an sich war weniger schrill als unsere normale Pausenglocke hier, bei der man das Gefühl hat, dass man taub wird, wenn man zu nah dran steht.

Eigentlich packe ich auch gerade meinen Koffer (oder verschiebe es eher immer weiter), weil es morgen früh für das Wochenende nach Mailand geht. Ich freue mich schon! :)

Das war es jetzt soweit auch schon wieder, bis zum nächsten Post!

Montag, 12. Oktober 2015

Stella meldet sich mal wieder :)

So, es gibt mal wieder einen neuen Post aus Frankreich :D

Als erstes mal zu einem Thema, das überhaupt niemand von mir erwartet hätte: Essen, genauer gesagt mein Schulessen hier. Schulessen hier besteht nämlich aus einem Hauptgericht und 3 weiteren Sachen, zum Beispiel Jogurt, Gemüsezeugs, Obst, Desserts und Käse. Zusätzlich dazu gibt es noch soviel Baguette wie man will. Mir ist hier jetzt nach einem Monat aufgefallen, da ich nett daraufhin gewiesen wurde, dass man sich nur 3 Sachen nehmen darf. Ich hab die ersten paar Wochen also fröhlich mehr genommen, einfach weil ich es nicht wusste. Ich hatte halt Hunger. :D 

Und weiter geht's mit dem Thema Schule: Wenn mich hier jemand nach meinem Nachnamen fragt (zum Beispiel die Leute beim Essen, wenn mein Name fälschlicherweise nicht auf der Liste steht), versteht derjenige meistens "Grenier", weil der Name auf französisch mehr Sinn macht. Da darf ich dann schön buchstabieren.

Ich dachte ja, nachdem wir in der zehnten Klasse englische Zeitformen 5000mal wiederholt haben, hab ich das hinter mir. Falsch gedacht, jetzt hab ich hier das ganze nochmal. das hat aber den Vorteil, dass ich erfahre, welche englische Zeitform welcher französischen entspricht und dadurch theoretisch lerne, wann ich welche Zeitform verwenden muss, was mir bis jetzt relativ egal ist, solange ich irgendwie ausdrücken kann, was ich sagen will und hoffentlich verstanden werde.  

Mir wurde heute das erste Mal gesagt, dass ich eine französischen Akzent habe und bin da voll stolz drauf. Mal schauen, wann ich nicht mehr jeden Tag mindestens einmal mein kleines Wörterbuch rauskkramen muss, weil mir weder das französische Wort noch eine halbwegs verständliche Erklärung einfällt. Das war dieses Wochenende der Fall, als ich meiner Quasi-Gastschwester erklären wollte, was der Aquaboulevard ist und dabei das Wort Wasserrutsche brauchte. (Hat am Ende mit Englisch geklappt und eine Rutsche heißt "toboggan")

Apropos Aquaboulevard, da war ich nämlich am Wochenende. Das ist ein Freizeitbad im Südwesten von Paris. Organisiert wurde das von YFU, wodurch ich ein paar der anderen YFUler, die hier in der Region Île-de-France sind, wiedergesehen habe. Unter anderem auch Emma, die mit mir auf VBT und dem LVW war und deren Schule hier auch Jeanne d'Arc heißt. Wir haben dann natürlich auf Deutsch geredet, obwohl wir dafür mehrmals "böse" angeschaut wurden, man soll ja versuchen französisch zu reden, aber deutsch ist viel praktischer, erst Recht, wenn man so viel und schnell reden will wie wir. Im Aquaboulevard gab es auch ein Seil, um damit zu schwingen und sich ins Wasser fallen zu lassen. Das hat mit am meisten Spaß gemacht und mich daran erinnert, wie wir bei dem Hochwasser so von einem Baum in den Stausee gesprungen sind. leider konnten wir das nur 2 Mal machen, weil unsere Zeit dann um war. Eine letzte Sache noch zum Aquaboulevard: Badeshorts sind verboten, das heißt, dass alle männlichen Besucher des Bades in engen Badehosen rumgelaufen sind, was man jetzt bei manchen nicht wirklich sehen will.

Meine "Quasi-Gastschwester" heißt übrigens Salomé und ist echt nett. Sie hat auch mit YFU ein Austauschjahr gemacht (in Südafrika) und, wohnt normalerweise irgendwo in den Bergen und studiert hier in Paris irgendwas mit Restaurant, keine Ahnung, was genau. Hängt also mit YFU zusammen, dass sie hier ist und weil meine Gasteltern noch ein Zimmer frei haben,, da ja eine eigentlichen Gastgeschwister alle nicht da sind.

Um noch einmal zum Thema Schule zurückzukommen: Hier ist es genauso wie in Deutschland, dass alle Lehrer meinen, in der letzten Woche vor den Ferien (die hier heute angefangen hat) noch eine oder zwei Arbeiten schreiben zu müssen. Ich bilde mir auch ein, dass ich hier mehr Leute Deutsch sprechen höre, wenn in Deutschland gerade Ferien sind. Also zum Beispiel jetzt gerade. 
Ich habe auch schon meine erste Klassenarbeit wiederbekommen, eine streberhafte 19 in Englisch. Dazu kann man noch anmerken, dass nur die Hälfte der Arbeit gewertet wurde, weil die Lehrerin aus Versehen die Lösungen für die andere Hälfte mitkopiert hatte. Die zweite Klassenarbeit wird auf keinen Fall so gut ausfallen, liegt daran, dass es histoire-géo ist und ich reichlich wenig bis gar nicht gelernt habe und nicht einmal mit dem Geschichtsteil fertig geworden bin. Das war aber Quellenarbeit, weshalb ich vielleicht eine 5 oder so bekommen könnte.

Noch einen letzte Sache so halb zum Thema Schule: Auf meinem morgendlichen und nachmittaglichen (okay das Wort gibt es anscheinend nicht) Weg zur Métrostation/von der Métrostation zur Wohnung komme ich an 3 Sachen vorbei:

  1. Zebrastreifen, die keine Zebrastreifen sind. Die tollen Linien auf der Straße heißen hier nur, dass hier eine Stelle ist, wo man über die Straße gehen könnte. Man sollte also schauen, ob nicht doch ein Auto kommt.
  2. eine Schaufensterpuppe von einem Wander-Ausrüstungs-Laden, die mir jeden Morgen im Halbdunkeln einen riesigen Schreck einjagt uuund
  3. eine verdammte Bäckerei, in der ich mir viel zu oft nachmittags ein Croissant oder Pain au chocolat - oder beides - kaufe.
Das war es auch schon wieder von mir :) Bis zum nächsten Post. ^^